Darf man während des juristische Referendariats eingeschrieben sein?

Darfst du während deines Referendariats eigentlich noch eingeschrieben sein oder dich sogar für ein nc-freies Fach immatrikulieren?

In einer Uni eingeschrieben zu sein hat zahlreiche Vorteile. Das Semesterticket wird für viele der größte Vorteil sein, aber auch das Essen in der Mensa während man in der Unibibliothek lernt und dort Services wie Beck-Online etc. nutzt, sprechen dafür, auch während des Referendariats eingeschrieben zu bleiben.

Natürlich könnte man hier ein Störgefühl bekommen und deswegen bist du vermutlich auch auf diesen Beitrag gestoßen. Denn einerseits gibt man für die meisten Studiengänge gegenüber der Universität an, man würde Vollzeit studieren, obwohl man parallel – vollzeit – im Rechtsreferendariat ist und die Unterhaltsbeihilfe bezieht. Anderseits muss man dem Landgericht Nebentätigkeiten melden und dazu müsste ja eigentlich auch ein Vollzeitstudium gelten, oder?

Vielleicht hoffst du darauf, dass Uni und Dienststelle einfach nicht nachfragen und setzt darauf, dass alles schon irgendwie passen wird. Aber wie sieht es denn nun eigentlich aus, darf man während des Referendariats noch eingeschrieben sein?

Darfst du während des Refs. eingeschrieben sein? Es kommt darauf an!

Die Antwort darauf lautet – ganz typisch – es kommt darauf an. Und zwar auf das Bundesland, in dem du deinen Vorbereitungsdienst ablegst.

Wir haben die Stellen, an denen du nachlesen kannst verlinkt und kurz zusammengefasst, wie die Regelung in deinem Bundesland lautet. Wichtig ist, dass die untenstehenden Informationen nicht verbindlich sind und wir keine Gewähr übernehmen. Regelungen können sich täglich ändern. Informiere dich bitte zur Sicherheit selbst nochmal:

Regelungen der einzelnen Bundesländern

  • In Bayern ist das Zweitstudium anzuzeigen, die weitere Ausübung kann aber auch untersagt werden, wenn das Studium die Ausbildung zu beeinträchtigen droht.
  • In Berlin dürfen Rechtsreferendare und Rechtsreferendarinnen grundsätzlich ein Zweitstudium aufnehmen, dies muss angezeigt werden, bedarf aber keiner Genehmigung.
  • In Brandenburg sind Nebentätigkeiten anzuzeigen.
  • Nebentätigkeiten sind in Bremen anzuzeigen.
  • In Hamburg muss die Nebentätigkeit angezeigt werden.
  • In Hessen muss das Zweitstudium grundsätzlich vor der Aufnahme des Studiums genehmigt werden.
  • In Mecklenburg-Vorpommern muss die Nebentätigkeit angezeigt werden.
  • Niedersachsen erlaubt die Aufnahme eines Zweitstudiums, sofern dieses einen Monat vor Aufnahme angezeigt wird. Sie kann aber versagt werden, wenn dadurch die Arbeit im Vorbereitungsdienst beeinträchtigt wird.
  • Nordrhein-Westfalen hat eine Anzeigepflicht für Zweitstudien.
  • In Rheinland-Pfalz ist die Aufnahme eines Zweitstudiums genehmigungspflichtig.
  • Im Saarland ist die Aufnahme einer Nebentätigkeit anzeigepflichtig.
  • Sachsen erlaubt den Rechtsreferendar:innen nur dann ein Zweitstudium, wenn sie bisher gute Noten erzielen konnten. Wer Noten von unter 6,5 Punkten hat, bekommt meist keine Genehmigung.
  • In Sachsen-Anhalt muss die Nebentätigkeit angezeigt werden.
  • In Schleswig-Holstein muss eine Nebentätigkeit angezeigt werden.
  • Wer in Thüringen eine Nebentätigkeit aufnehmen will, muss dies beantragen.

Wir freuen uns, wenn wir dir weiterhelfen konnten und wünschen dir viel Erfolg im Referendariat.

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